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    Trendmonitor „Religiöse Kommunikation 2003“: Lob für die Kirchenzeitungen – Anteil der Konfessionslosen gewachsen

    Zufriedenheit ist gestiegen

    Trendmonitor „Religiöse Kommunikation 2003“: Lob für die Kirchenzeitungen – Anteil der Konfessionslosen gewachsen
    Köln. Die Leser katholischer Kirchenzeitungen sind laut Umfrage mit den Blättern zufriedener als noch vor einigen Jahren. Auch ihre Kirche empfinden die deutschen Katholiken heute wieder zeitgemäßer als noch vor einigen Jahren. Der jahrzehntelange Trend einer wachsenden Entfremdung scheine gestoppt, heißt es in einer am 21. Februar in Köln veröffentlichten repräsentativen Erhebung des Instituts für Demoskopie Allensbach. Die Befragung für den Trendmonitor „Religiöse Kommunikation 2003“ hatte die Mediendienstleistung GmbH (MDG) in Auftrag gegeben.
     
    Rund zwei Drittel der Abonnenten finden ihre Bistumszeitung unterhaltsam und angenehm zu lesen. Vor sechs Jahren lag dieser Wert noch bei 56 Prozent. Im selben Maß stieg auch die Gruppe der Leser, die die Wochenzeitungen für ausgewogener und engagierter als früher halten. Die bundesweite Auflage der Blätter ist von 1,41 Millionen im Jahr 1992 auf knapp 957 000 im Herbst 2002 gesunken.
    Rüdiger Schulz vom Allensbach-Institut sagte, es sei nicht gelungen, die stark überalterte Leserschaft der Kirchenzeitungen zu verjüngen. Der Anteil der über 60-Jährigen unter den regelmäßigen Lesern sei zwischen 1999 und 2002 von 60 auf 63 Prozent gestiegen. Die Gruppe der 16- bis 39-Jährigen dagegen fiel laut Statistik im gleichen Zeitraum von 18 auf 11 Prozent.
     
    Neuausrichtung und Bündelung
    Eine Neuausrichtung und Bündelung der Medien der katholischen Kirche in Deutschland kündigte der Sekretär der Deutschen Bischofskonferenz, Hans Langendörfer, bei der Vorstellung des Trendmonitors an. Die Erhebung zeige deutlich eine Erosion kirchlicher Bindungen, sagte Langendörfer. Umso wichtiger sei es, dass die Kirche die Medien nutze, um die ihr fernen Menschen zu erreichen. Derzeit lasse sie sich ihre überdiözesane Medienarbeit 17 Millionen Euro im Jahr kosten. Dieser Etat solle keinesfalls gekürzt werden.
    Langendörfer kündigte eine Veränderung der kirchlichen Formate in den öffentlich-rechtlichen Programmen an. Das Fernsehen spiele bei der Vermittlung von Werten heute zum Teil eine größere Rolle als Schule oder Familie. Daher werde die Kirche ihre Kompetenz auf dem Gebiet stärker ins TV-Programm einbringen. Außerdem wird sie nach seinen Worten ihre Internet-Auftritte verbessern. Es solle ein Internet-Portal entstehen, das spirituelle Angebote mache, aktuelle Nachrichten liefere und Navigationshilfen für andere katholische Internetangebote biete.
    Eine große Rolle misst Langendörfer außerdem den Pfarrbriefen zu. Sie werden laut Allensbach-Umfrage auch von vielen Katholiken gelesen, die selten oder gar nicht in die Kirche gehen. Diesen Mitteilungsblättern aus den Gemeinden sei in der Vermittlung von Glaubensinhalten viel zuzutrauen, hieß es. Die kirchlichen Printmedien sollen sich laut Langendörfer vor allem auf den Feldern Politik, Kultur und Erziehung profilieren. Dabei müsse man sich gegebenenfalls von lieb gewordenen Produkten trennen. Wichtig sei es, die Eigengesetzlichkeiten der Presse wie Zuspitzung, Personalisierung und hohes Tempo anzuerkennen.
     
    Engere Kirchenbindung auf niedrigerem Niveau
    Der Anteil der Katholiken, die sich mit ihrer Kirche verbunden fühlten, ist laut Trendmonitor zwischen 1999 und 2002 von 51 auf 54 Prozent gestiegen. In der Gesamtbevölkerung nahm dagegen die Gruppe der kirchlich Gebundenen ab. Bei den Protestanten ging der Anteil von 40 auf 36 Prozent zurück. Insgesamt gehören 70 Prozent der Deutschen einer Konfession an.
    In der Gesamtbevölkerung wuchs laut Allensbach vor allem der Anteil der Areligiösen. Demnach glauben 22 Prozent der Deutschen, auf jegliche Religion verzichten zu können. In Ostdeutschland liegt dieser Anteil den Angaben zufolge bei 52, im Westen bei 14 Prozent. „Die vergleichsweise größere Verbundenheit der Katholiken mit ihrer Kirche sollte nicht über das unbefriedigende Niveau hinwegtäuschen“, sagte Rüdiger Schulz. Nicht einmal jeder fünfte Katholik bekenne sich vollständig zu seiner Kirche. 35 Prozent der Befragten fühlten sich ihr „kritisch“ verbunden. 31 Prozent bezeichneten sich als Christen, sagten jedoch, dass ihnen die Kirche nicht viel bedeute.
     
    Nur 41 Prozent glauben an die Auferstehung
    Bei der Abfrage von Glaubenssätzen wurde die allgemeine Vorstellung vom Leben nach dem Tod von 56 Prozent der befragten Katholiken bejaht, für den zentralen Satz von der Auferstehung der Toten gab es dagegen nur 41 Prozent Zustimmung. Religiöse Erziehung von Kindern halten laut Allensbach 68 Prozent der Befragten für wichtig. Nur zwei Prozent waren der Auffassung, diese habe einen schlechten Einfluss auf den Nachwuchs.
    Der Aussage, die Kirche halte teilweise zu starr an überholten Normen fest, stimmten 69 Prozent zu. Mehr als die Hälfte sagte, die Sprache der Kirche sei teils veraltet. 44 Prozent sind den Angaben zufolge überzeugt, die Kirche trete oft zu wenig glaubwürdig auf. Ein Fünftel der katholischen Christen gab an, von der Kirche eher enttäuscht zu sein.