Wohin führt das alles noch ...?
„1984“ – Müsste man den Roman von George Orwell, in dem eine fiktive Gesellschaft in einem totalitären Präventions- und Überwachungsstaat beschrieben wird, heute noch einmal überarbeiten, dann sollte man ihm den Titel „1994“ geben. Denn vor 20 Jahren hat das Unternehmen „Netscape“ dafür gesorgt, dass das Internet durch einfach zu bedienende Programme auch für eine große Benutzerschar interessant wurde.
Schon bald war das weltumspannende Netz geknüpft, dem sich heute kaum noch ein Erdenbürger entziehen kann: 76 Prozent der Deutschen können sich ein Leben ohne Internet nicht mehr vorstellen, 64 Prozent beurteilen diese Technologie positiv oder sehr postiv. Skeptisch oder negativ eingestellt sind 20 Prozent, neun Prozent sehr negativ.
„Die Digitalisierung erfasst nach Medien, Finanzwesen und Handel nun verstärkt Bereiche wie Mobilität, Bildung, Gesundheitsversorgung und Industrie“, schwärmt Bitkom-Präsident Dieter Kempf beim Trendkongress. Gleichzeitig warnt er davor, neuen Technologien mit Skepsis zu begegnen; dies könnte zu Wettbewerbsnachteilen führen.
Vorsicht! Hier versucht jemand aus Eigennutz Angst zu verbreiten, nur weil es immer noch Menschen gibt, die Skepsis gegenüber Neuem zeigen. Hat gesunde Skepsis nicht seit altersher das Überleben der Menschheit gesichert? Blindlings Versuchungen der schönen, neuen IT-Welt zu vertrauen, dabei haben jetzt schon viele ein gutes Stück an Individualität und Einzigartigkeit eingebüßt.
Auch wenn das Internet, und jetzt verstärkt das mobile Surfen, manche Bereiche des Lebens vereinfacht, sorgt es doch dafür, dass die Menschen immer mehr zu Sklaven dieser Technik mutieren. Auch geben immer mehr Nutzer völlig unbefangen ganz persönliche Daten preis, die sie früher noch nicht einmal ihrem liebsten Menschen mitgeteilt hätten. Letzteres führt unweigerlich zum gläsernen Menschen. In einer nicht so fernen Zeit werden über fast jeden von uns so viele digitale Abdrücke existieren, dass ein 3D-Drucker Menschen reproduziert und die Geschöpfe Gottes ersetzt. Homunkulus lässt grüßen.

