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Was wird am Ende bleiben?

Selbst angesichts wirklich gewaltiger Zeichen wie Erdbeben, Seuchen und Hungersnöte lenkt Jesus den Blick auf jeden einzelnen seiner Nachfolger. Sie will er stärken für die vielleicht noch lange Zeit bis zum Ende der Zeit.

Evangelium

In jener Zeit, als einige darüber sprachen, dass der Tempel mit schönen Steinen und Weihegeschenken geschmückt sei, sagte Jesus: Es wird eine Zeit kommen, da wird von allem, was ihr hier seht, kein Stein auf dem andern bleiben; alles wird niedergerissen werden. Sie fragten ihn: Meister, wann wird das geschehen, und an welchem Zeichen wird man erkennen, dass es beginnt? Er antwortete: Gebt acht, dass man euch nicht irreführt! Denn viele werden unter meinem Namen auftreten und sagen: Ich bin es! und: Die Zeit ist da. – Lauft ihnen nicht nach! Und wenn ihr von Kriegen und Unruhen hört, lasst euch dadurch nicht erschrecken! Denn das muss als erstes geschehen; aber das Ende kommt noch nicht sofort. Dann sagte er zu ihnen: Ein Volk wird sich gegen das andere erheben und ein Reich gegen das andere. Es wird gewaltige Erdbeben und an vielen Orten Seuchen und Hungersnöte geben; schreckliche Dinge werden geschehen, und am Himmel wird man gewaltige Zeichen sehen. Aber bevor das alles geschieht, wird man euch festnehmen und euch verfolgen. Man wird euch um meines Namens willen den Gerichten der Synagogen übergeben, ins Gefängnis werfen und vor Könige und Statthalter bringen. Dann werdet ihr Zeugnis ablegen können. Nehmt euch fest vor, nicht im Voraus für eure Verteidigung zu sorgen; denn ich werde euch die Worte und die Weisheit eingeben, so dass alle eure Gegner nicht dagegen ankommen und nichts dagegen sagen können. Sogar eure Eltern und Geschwister, eure Verwandten und Freunde werden euch ausliefern, und manche von euch wird man töten. Und ihr werdet um meines Namens willen von allen gehasst werden. Und doch wird euch kein Haar gekrümmt werden. Wenn ihr standhaft bleibt, werdet ihr das Leben gewinnen. Lukas 21,5–19  Das Kirchenjahr nähert sich seinem Ende und Jesus spricht im heutigen Evangelium vom Ende. Wie wird es weitergehen mit denen, die sich auf Jesus und seine Botschaft einlassen? Was wird am Ende bleiben?   Anlass für die Rede Jesu über das Ende der Zeit geben „einige“ Menschen, die über die Schönheit des Jerusalemer Tempels sprechen. Die Schönheit des Tempels musste zur Zeit Jesu gewaltig gewesen sein und Juden wie Heiden beeindruckt haben. Jesus spricht über eine Zeit, in der dieser Tempel nicht mehr existieren würde. Für die Leser des Lukasevangeliums ist diese Weissagung bereits in Erfüllung gegangen. Der Tempel wurde im Jahr 70 n. Chr. durch die Römer zerstört. Alle, die geglaubt hatten, Schönheit und Glanz seien etwas, was bleibt, sahen sich eines Besseren belehrt.   Der Frage nach dem „wann“ setzt Jesus zunächst eine Warnung entgegen: „Gebt acht, dass man euch nicht irreführt!“ Ganz entspannt und unbeirrt können und sollen wir am Glauben an Jesus Christus festhalten, der von sich an anderer Stelle sagt: Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben. (Joh 14,6)   All denen, die gehofft hatten, nun würde ein Reich des Friedens auf der ganzen Welt anbrechen, macht Jesus klar: Erschreckt nicht, so wird es nicht sein.   Selbst angesichts wirklich gewaltiger Zeichen wie Erdbeben, Seuchen und Hungersnöte lenkt Jesus den Blick auf jeden einzelnen seiner Nachfolger. Sie will er stärken für die vielleicht noch lange Zeit bis zum Ende der Zeit. Ihre Aufgabe wird es sein, Zeugnis abzulegen für ihren Glauben an Jesus Christus und seine Botschaft. Es ist für mich eine Hoffnungsbotschaft, wenn Jesus sagt: „... ich werde euch die Worte und die Weisheit eingeben“ für dieses Zeugnis.   Als Christ brauche ich mir keine Sorgen zu machen und ängstlich in die Zukunft zu blicken. Der dreifaltige Gott, der sich schon Mose als der „Ich bin da“ geoffenbart hat, der uns in Jesus die Frohbotschaft des heutigen Tages zuspricht und der uns im Heiligen Geist in alle Weisheit des Glaubens einführen wird, steht an unserer Seite. Dieser Glaube trägt und verspricht: „Wenn ihr standhaft bleibt, werdet ihr das Leben gewinnen.“   In seiner ersten Endzeitrede (Lk 17,22-37) verwies Jesus besonders auf seine unvermittelte Wiederkunft. Diese zweite Endzeitrede gibt uns Hilfen, wie wir die Zeit bis zum Ende gestalten sollen. Wir werden diese Zeit bestehen, wenn wir uns nicht von der Schönheit – egal ob kirchlich sakral oder weltlich – blenden lassen, wenn wir uns klar und angstfrei zum Glauben an Jesus bekennen und dies – ganz modern – unabhängig von Familie und Freunden als unseren eigenen Weg erkennen. Der Autor („wolfgang.pfeifer@bistum-wuerzburg.de“) ist Pastoralreferent in der Pfarreiengemeinschaft St. Georg Karlstadt.   Wolfgang Pfeifer