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      Pastoralreferent Jens Hausdörfer über ein Projekt im Pastoralen Raum Bad Brückenau

      Wandern, das sich unterscheidet

      Über Stock und über Stein ...“ So läuft es sich beim Wandern in der Natur. Und so hieß in diesem Jahr ein Projekt im Pastoralen Raum Bad Brückenau. Seelsorger luden in den Gemeinden dazu ein, bei drei Wanderungen andere Menschen zu treffen und spirituelle Erfahrungen zu sammeln. Im Interview blickt Pastoralreferent Jens Hausdörfer zurück und gibt Tipps für die Organisation.

      Herr Hausdörfer, eignet sich jede Route für ein solches spirituelles Angebot?

      Nein. Ich muss mir schon gut überlegen, welche Zielgruppe ich ansprechen will. Wir hatten zum Beispiel eine Familienwanderung geplant, die natürlich anders konzipiert war als die anderen Wanderungen. Wenn Kinder dabei sind, muss ich schauen: Welche Wege wähle ich aus? Sind die für Kinderwagen geeignet? Bei der Öffentlichkeitsarbeit, etwa auf Flyern und Plakaten, ist es wichtig, dazuzuschreiben, wie viele Kilometer zurückzulegen sind und welche Anforderungen es gibt.

      Wie viel Arbeit steckt in einem solchen Projekt?

      Die wichtigste Arbeit für die Hauptamtlichen war die Werbung und das Bekanntmachen. Uns ist es wichtig, die Leute einzubinden, zumal wir das Projekt im nächsten Jahr fortsetzen wollen. Wir suchen Leute, die gerne wandern und was von ihrem Ort erzählen wollen. Da gibt es dann eine gewisse Euphorie, die man nutzen kann. Die erste Wanderung in Oberleichtersbach wurde unter dem Titel „Auf den Spuren der Ur-Pfarrei“ beworben. Sie wurde von einer sehr ortskundigen Person geleitet, die viel über die Historie des Ortes berichten konnte.

      Welcher personelle Aufwand ist nötig?

      Dass wir jetzt mit zwei Hauptamtlichen gearbeitet haben, lag an dem Testcharakter des Projekts. Wir wollten uns gegenseitig Rückmeldung geben. Man muss mit gutem Beispiel vorangehen und die Leute davon überzeugen: „Geht da mal mit, schaut euch das an.“ Ich kann mir vorstellen, dass in Zukunft Ehrenamtliche solche Projekte allein gestalten. Man braucht nur jemanden, der Lust hat und sich auskennt. Spirituelle Impulse, wie wir sie auf dem Weg gesetzt haben, sind ja kein Hexenwerk. Religiöse Einwürfe, die zum Nachdenken anregen, reichen schon. Es gibt genug Vereine und Verbände, die Wanderungen anbieten, aber uns unterscheidet, dass wir diese spirituellen Impulse mitgeben.

      Wie war die Resonanz?

      Wir waren sehr erfreut. An der ersten Wanderung beteiligten sich 45 Personen. Bei der anderen Wanderung waren es 30 Personen. Die Familienwanderung konnte wegen des Wetters nicht stattfinden. Wir haben uns darüber gefreut, dass es ein buntes Publikum war. Wir sahen viele bekannte Gesichter. Aber es gab auch Anmeldungen von Leuten, die kaum Berührungspunkte mit der Pfarrei haben. Es kamen auch Grüppchen von Leuten, die einfach gerne wandern gehen. Einige Personen, die nicht angemeldet waren, haben spontan entschieden: „Heute scheint die Sonne, da können wir auch wandern. Lass uns mal hingehen!“ Wenn man vorher einplant, dass noch ein paar mehr Leute kommen als angemeldet sind, dann funktioniert das auch.

      Wozu, glauben Sie, ist eine solche Wanderung da? Was gibt sie den Teilnehmern?

      Sie gibt das, was auch andere Wanderungen geben: Ich bin in einer Gruppe unterwegs und kann mich austauschen über das, was mich beschäftigt. Als Zusatz gibt es dann diese Impulse. Vielleicht kann ich mit dem einen oder anderen Impuls nichts anfangen, aber ein anderer beschäftigt mich stärker. Das sind positive Geschenke, auf die es auch eine positive Rückmeldung gab. Auch diejenigen, die keine starke kirchliche Anbindung haben, fanden es angenehm. Sie haben sich davon nicht missioniert gefühlt, sondern fanden es toll, dass Kirche offene Veranstaltungen anbietet. Das Gesamtpaket macht es einfach aus.     

      Interview: Angelina Horosun

      Die Fernsehredaktion der Diözese Würzburg hat ein Video zum Wandern im Pastoralen Raum Bad Brückenau veröffentlicht. Dieses ist online abrufbar unter „bistum.tv/videos/955-gemeinsam-ueber-stock-und-stein“.