Hinweis

Ihre Browserversion wird leider nicht mehr unterstüzt. Dies kann dazu führen, dass Webseiten nicht mehr fehlerfrei dargestellt werden und stellt ein erhebliches Sicherheitsrisiko dar. Wir empfehlen Ihnen, Ihren Browser zu aktualisieren oder einen der folgenden Browser zu verwenden:

Von Synodalität bis Bätzing-Nachfolge

Bischöfe in Würzburg
Die aktuell 59 Mitglieder der Deutschen Bischofskonferenz treffen sich vom 23. bis 26. Februar in Würzburg zu ihrer Frühjahrsvollversammlung. Auf der Tagesordnung stehen die Wahl eines neuen Vorsitzenden, ein Studientag zum christlich-muslimischen Dialog und gesellschaftspolitische Fragen.

1. Welche Bedeutung haben die Bischofskonferenzen weltweit?

Die Vatikanischen Jahrbücher listen regelmäßig die weltweit bestehenden römisch-katholischen Bischofskonferenzen auf. Die genaue Zahl variiert durch Zusammenschlüsse, im Jahr 2018 gab es
114 Bischofskonferenzen und 18 Bischofssynoden der katholischen Ostkirchen. Sie setzen sich aus den Ortsbischöfen verschiedener Länder oder Regionen zusammen und dienen der Koordination pastoraler Aufgaben der rund 1,4 Milliarden Katholiken weltweit.

2. Wie ist die Deutsche Bischofskonferenz aufgestellt?

Der Deutschen Bischofskonferenz (DBK) gehören die Diözesanbischöfe oder -administratoren der 27 deutschen (Erz-)Bistümer und sämtliche Weihbischöfe an. Derzeit hat die Bischofskonferenz 59 Mitglieder und vertritt rund 19,8 Millionen Katholiken in Deutschland. Rechtsträger der Deutschen Bischofskonferenz ist der  Verband der Diözesen Deutschlands (VDD), der am 4. März 1968 als Körperschaft des öffentlichen Rechts gegründet wurde. Die Konferenz hat ihren Sitz in Bonn, oberstes Organ ist die jeweils im Frühjahr und im Herbst tagende Vollversammlung.

3. Wer leitet die Deutsche Bischofskonferenz?

Die Vollversammlung wählt alle sechs Jahre einen Vorsitzenden, der die Konferenz nach außen vertritt. Während alle 59 Mitglieder wählen dürfen, können lediglich die 27 Diözesanbischöfe gewählt werden. Die Wahl ist geheim. Das Amt ist auf zwei Amtszeiten, also zwölf Jahre, begrenzt. Aktueller Vorsitzender ist seit März 2020 der Limburger Bischof Georg Bätzing. Der 64-Jährige hat bereits angekündigt, nicht erneut zur Wahl anzutreten. Der VDD wird bei Rechtsgeschäften entweder durch den DBK-Vorsitzenden oder durch den Vorsitzenden des Verbandsrates (seit Juni 2020 der Würzburger Bischof Dr. Franz Jung) oder den VDD-Geschäftsführer (aktuell Dr. Beate Gilles) vertreten.

4. Wie und wann ist die Bischofskonferenz entstanden?

Die erste offizielle Versammlung deutschsprachiger Bischöfe fand vom 22. Oktober bis 26. November 1848 in Würzburg statt und war eine Reaktion auf die Revolutionsjahre und die zunehmende Gründung kirchlicher Laienverbände. Erst ab dem Jahr 1867 etablierte sich die Fuldaer Bischofskonferenz, die schließlich im Jahr 1966 in Deutsche Bischofskonferenz umbenannt wurde. Parallel dazu treffen sich die (Erz-)Bischöfe von München und Freising, Bamberg, Augsburg, Passau, Regensburg, Eichstätt, Speyer und Würzburg bis heute zur Freisinger Bischofskonferenz.

5. Wo tagen die deutschen Bischöfe im Frühjahr und im Herbst?

Die Herbstvollversammlung tagt üblicherweise in Fulda, also am Grab des „Apostels der Deutschen“, des heiligen Bonifatius. Die Frühjahrstreffen finden an wechselnden Orten statt. Würzburg war zuletzt 2008 Gastgeber-Bistum – damals im Gedenken an die erste Bischofskonferenz 1848. Üblicherweise trifft sich der Ständige Rat der DBK (bestehend aus den 27 Diözesanbischöfen) fünf Mal pro Jahr im Würzburger Exerzitienhaus Himmelspforten.

6. Wie läuft die Vollversammlung in Würzburg ab?

Die Vollversammlung startet am Montag, 23. Februar, im Burkardushaus. Für 18.30 Uhr ist der Eröffnungsgottesdienst im Dom geplant, die Predigt hält DBK-Vorsitzender Bätzing. Für die folgenden drei Tage stehen jeweils um 7.30 Uhr Gottesdienste im Neumünster sowie Pressegespräche auf dem Programm. Im Gegensatz zu den Gottesdiensten ist die Vollversammlung nicht-öffentlich. Gäste sind unter anderem der Apostolische Nuntius in Deutschland, Erzbischof Dr. Nikola Eterović, sowie Erzbischof Samuel Kleda und Pauline Maiday aus der Diözese Douala/Kamerun.

7. Worüber wird im Würzburger Burkardushaus beraten?

Wichtigster formaler Punkt ist die Wahl des neuen DBK-Vorsitzenden für die kommenden sechs Jahre. Die Wahl ist geheim, notwendig ist in den ersten beiden Wahlgängen eine Zwei-Drittel-Mehrheit, ab dem dritten Wahlgang reicht laut DBK-Pressesprecher Dr. Matthias Kopp eine einfache Mehrheit. Der neue Vorsitzende soll am Dienstag um 11.30 Uhr vorgestellt werden. Zudem beschäftigen sich die Bischöfe mit der Satzung der Synodalkonferenz und aktuellen Fragen des christlich-muslimischen Dialogs. Auf der Tagesordnung stehen zudem die weitere Aufarbeitung des sexuellen Missbrauchs, die Ehrenamtsentwicklung, die Situation der Christen im Nahen Osten und die politische Weltlage.

Ralf Ruppert