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      Gedanken zum Evangelium – 19. Sonntag im Jahreskreis

      Sich in der Welt gehalten wissen

      Papst Franziskus hat 2015 gesagt, dass Kirche den „Stallgeruch“ benötigt. Er warnt also davor, den Kontakt zu den Menschen zu verlieren. Unser Bistum hat sich auf die Fahne geschrieben: „Christsein unter den Menschen“. Bei allen Entscheidungen, welche für die Zukunft anstehen, kann dies ein guter Leitsatz sein, um den Kontakt zu den Menschen nicht zu verlieren.

      Evangelium

      Nachdem Jesus die Menge gespeist hatte, drängte er die Jünger, ins Boot zu steigen und an das andere Ufer vorauszufahren. Inzwischen wollte er die Leute nach Hause schicken. Nachdem er sie weggeschickt hatte, stieg er auf einen Berg, um für sich allein zu beten. Als es Abend wurde, war er allein dort. Das Boot aber war schon viele Stadien vom Land entfernt und wurde von den Wellen hin und her geworfen; denn sie hatten Gegenwind. In der vierten Nachtwache kam er zu ihnen; er ging auf dem See. Als ihn die Jünger über den See kommen sahen, erschraken sie, weil sie meinten, es sei ein Gespenst, und sie schrien vor Angst. Doch sogleich sprach Jesus zu ihnen und sagte: Habt Vertrauen, ich bin es; fürchtet euch nicht! Petrus erwiderte ihm und sagte: Herr, wenn du es bist, so befiehl, dass ich auf dem Wasser zu dir komme! Jesus sagte: Komm! Da stieg Petrus aus dem Boot und kam über das Wasser zu Jesus. Als er aber den heftigen Wind bemerkte, bekam er Angst. Und als er begann unterzugehen, schrie er: Herr, rette mich! Jesus streckte sofort die Hand aus, ergriff ihn und sagte zu ihm: Du Kleingläubiger, warum hast du gezweifelt? Und als sie ins Boot gestiegen waren, legte sich der Wind. Die Jünger im Boot aber fielen vor Jesus nieder und sagten: Wahrhaftig, Gottes Sohn bist du.    

      Matthäus 14,22–33

      Dem steht das Wasser bis zum Hals.“ Ich denke, diese Aussage kennen wir. Sie beschreibt Menschen, welche mit einer Vielzahl von Problemen konfrontiert sind. Im Evangelium dieses Sonntags steht Petrus das Wasser bis zum Hals, als er auf eigenen Wunsch zu Jesus über das Wasser geht, Angst bekommt und deshalb beinahe ertrinkt.

      Petrus verkörpert immer auch ein Bild von Kirche. Denn er ist der Fels, auf dem der Herr seine Kirche baut, wie es an einer anderen Stelle des Evangeliums heißt. Darüber möchte ich nachdenken. Doch besteht die Gefahr, allein über „die Kirche und ihre Probleme“ zu sprechen. Selbstverständlich gehört das zu einem gewissen Teil dazu. Viel wichtiger ist es jedoch, die frohe Botschaft immer auf den Menschen und sein Leben hin auszulegen. Deshalb gehe ich persönlich enttäuscht aus Gottesdiensten, in denen nur über „Probleme von Kirchens“ gesprochen wird, die Menschen aber kein einziges stärkendes Wort für ihr Leben und ihren Glauben zugesprochen bekommen haben. Das sind für mich vertane Chancen, Menschen mit Jesus und seiner Botschaft in Beziehung zu bringen. Im Ersten Petrusbrief (1 Petr 3,15) heißt es sinngemäß: Seid stets bereit, jedem Rede und Antwort zu stehen, der nach dem Grund eurer Hoffnung fragt.

      Ganz klar äußert sich hierzu auch der Konzilstext „Gaudium et spes“ aus dem Jahr 1965, wo es in der Einleitung heißt: „Freude und Hoffnung, Trauer und Angst der Menschen von heute, besonders der Armen und Bedrängten aller Art, sind auch Freude und Hoffnung, Trauer und Angst der Jünger Christi.“ Das heißt, wenn die Botschaft Jesu Christi richtig verstanden wird, dann geht es immer um die Zuwendung zum Menschen. Deshalb ist für mich der Dienst am Menschen, der in vielfältiger Weise oft ehrenamtlich durch „Seelsorge und Caritas“ geleistet wird, zum Beispiel in Kindergärten, Altenheimen und anderen Einrichtungen, ein Zeichen von lebendigem Glauben, an dem nicht gespart und der nicht verkannt werden sollte.

      Papst Franziskus hat 2015 gesagt, dass Kirche den „Stallgeruch“ benötigt. Er warnt also davor, den Kontakt zu den Menschen zu verlieren. Unser Bistum hat sich auf die Fahne geschrieben: „Christsein unter den Menschen“. Bei allen Entscheidungen, welche für die Zukunft anstehen, kann dies ein guter Leitsatz sein, um den Kontakt zu den Menschen nicht zu verlieren.

      Kirche kann nicht von Schreib­tischen und starren Statuten her geleitet werden. Es besteht die Gefahr, gleichgültig zu werden, Menschen aus den Augen zu verlieren und zu verletzen. Dabei geht es in erster Linie um Menschen, zu denen Jesus seine Jüngerinnen und Jünger sendet, aber auch um Menschen, die berufen und fähig sind, diesen Kontakt zu halten, deren Fähigkeiten und Engagement im Dienst am Menschen stehen.

      Nimmt man die Stimmung in unserer Gesellschaft und unserer Kirche wahr, kann eine „Untergangsstimmung“ auftreten. Liest man das Evangelium bis zum Ende, ist klar, dass es keinen Untergang gibt, denn Jesus wird als Retter erkannt. Das bedeutet sowohl für Kirche und Gesellschaft als auch für uns persönlich, dass wir darauf vertrauen können: Jesus hilft uns und lässt uns nicht ertrinken, auch wenn unser Glaube nicht der stärkste ist. Das ist die frohe Botschaft dieses Sonntags. Durch die Begegnung mit Jesus werden wir gestärkt und wir erkennen ihn. Das ist der Trost, den ich jedem einzelnen, aber auch der gesamten Kirche wünsche beim Suchen und Finden Gottes, der uns leitet und führt.

      Dominik Schaack ist studierter Religions­pädagoge (FA).