Hinweis

Ihre Browserversion wird leider nicht mehr unterstüzt. Dies kann dazu führen, dass Webseiten nicht mehr fehlerfrei dargestellt werden und stellt ein erhebliches Sicherheitsrisiko dar. Wir empfehlen Ihnen, Ihren Browser zu aktualisieren oder einen der folgenden Browser zu verwenden:

Ihr katholisches Magazin – ab Ostern 2024

Lernen Sie das Sonntagsblatt kennen – kostenlos und unverbindlich

    Lernen Sie das Sonntagsblatt kennen – kostenlos und unverbindlich

      Mehr
      Kommentar von Wolfgang Bullin

      Relikte der Vergangenheit?

      „Steinerne Gebete säumen das Madonnenland“ ist ein Beitrag in dieser Ausgabe überschrieben. Es geht um Kleindenkmale wie Bildstöcke, Wegkreuze, oder Gebetsgrotten und deren Geschichte sowie prägende Bedeuteung.

      Dabei ist die Formulierung „Steinerne Gebete“ in mehrfacher Hinsicht zutreffend: Diese Denkmale sind Ausdruck des Gottvertrauens derer, die sie errichtet oder gestiftet haben; sie sind Orte des Gebets, weil sie zum Gebet einladen, als Gebetsstätten im liturgischen Leben vor Ort eine Rolle spielen; viele sind zudem im wahrsten Sinn des Wortes in Stein gehauenes Gebet. Insofern sind sie nicht nur Zeugen für die religiöse Tradition einer Region, sondern prägen auch die Gegenwart. Zwar werden heute nur noch vereinzelt neue Bildstöcke gestiftet, aber das Engagement, das vielfach nach wie vor für deren Erhalt oder Sanierung aufgebracht wird, zeugt davon, dass sie für viele Menschen mehr sind als Relikte der Vergangenheit.

      Als Relikt der Vergangenheit, mit dem sie nicht mehr viel anfangen können, betrachten auch immer mehr Menschen die Fronleichnamsprozession. Die Reihen werden zumeist von Jahr zu Jahr lichter. Manche gehen zwar noch mit, aber vielleicht mit der an der Motivation nagenden Frage, ob diese Art, den Glauben zu bezeugen, noch zeitgemäß und zielführend ist. Solches Unbehagen kann zunächst einmal mit der Gestaltung der konkreten Prozession zu tun haben; aber auch mit der verbreiteten Ten­- denz, Religion, religiöse Praxis aus dem öffentlichen Sichtfeld in das rein Private abzudrängen. Eine Tendenz, der hausgemachte Kirchenskandale Vorschub geleistet haben. Doch bei aller berechtigten Kritik ist – salopp formuliert – der „Laden“ besser als sein derzeitiger Ruf. Das gilt es zurechtzurücken, zu erklären. Da kann eine Fronleichnamsprozession hilfreich sein, wenn etwa der Nachbar fragt, warum man „bei dem Verein“ noch mitgeht. „Denkmale“, die auch bei Gegenwind für die gute Botschaft stehen, sind zu jeder Zeit gefragt.    

      Wolfgang Bullin