© Sonntagsblatt: Marion Eckert
Seit 30 Jahren gibt es das Kleiderlädchen der Pfarrei Mariä Himmelfahrt. Es befindet sich im Gemeindehaus der Pfarrei und ist jeden Dienstag von 16 bis 18 Uhr Anlaufpunkt für Jung und Alt. In erster Linie gibt es im Kleiderlädchen zwar – wie der Name schon verrät – Kleidung für Kinder und Erwachsene preiswert zu kaufen, doch es ist viel mehr, es ist ein Ort der Kommunikation, ein sozialer Treff.
„Ich muss euch doch mal guten Tag sagen“. Wie zum Beweis kommt eine ältere Dame strahlend ins Kleiderlädchen. Reinschauen, Hallo sagen, ein Pläuschchen halten, in den neuesten Angeboten stöbern, das gehört hier einfach mit dazu. Sogar ein Damenstimmtisch hat sich aus dem Kleiderlädchen heraus entwickelt. Betreut wird es von einer Gruppe Frauen, die sich mit Feuereifer zum Teil seit Jahrzehnten engagieren. Eine von ihnen ist Gabriele Groß, von mancher Familie hat sie die Kinder groß werden sehen. Denn das Kleiderlädchen wurde ursprünglich gegründet, um gute gebrauchte Kinderkleidung preiswert weiterzugeben. Im Laufe der Jahre wurde das Sortiment erweitert. „Heute haben wir alles, außer Elektrogeräte.“
Gegen geringen Obolus
In der Tat scheint es im Kleiderlädchen nahezu alles zu geben, Kinder-, Damen- und Herrenkleidung, Schuhe, Accessoires wie Schals, Tücher, Taschen, Gürtel unter anderem, Haushaltswäsche und Haushaltswaren, Dekorationsartikel und vieles mehr. Ihre Ware bekommen die Frauen von Gemeindemitgliedern und Freunden des Kleiderlädchens. „Vieles bekommen wir geschenkt.“ Gegen einen geringen Obolus wird die Kleidung weitergegeben. Nicht verkaufte Sachen werden an gemeinnützige Organisationen abgegeben. Beispielsweise unterstützt das Kleiderlädchen die Tschernobyl-Hilfe „Kinder aus Shitkowitschi – Hilfe nach Tschernobyl e.V.“ in Wollbach. Höhepunkt für die Damen des Kleiderlädchen ist das alljährliche Pfarrfest. Die Erlöse aus dieser Aktion und aus dem Kleiderlädchen werden der Pfarrei zur Verfügung gestellt. In den vergangenen Jahren wurden unter anderem das Ministranten-Zeltlager unterstützt, das Ziffernblatt für die Pfarrkirche mitfinanziert oder auch Gelder für die Marienkapelle bereitgestellt.
Barrierefrei in die Kirche
Der Erlös des Jahres 2013 soll für die Verbesserung der Eingangssituation der Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt verwendet werden, damit auch Menschen, die Rollatoren nutzen, Rollstuhlfahrer und Eltern mit Kinderwagen leichter in die Kirche hinein und auch wieder hinaus kommen. Der Betrag in Höhe von 1200 Euro wurde Pfarrer Dr. Andreas Krefft für dieses Projekt bereits zur Verfügung gestellt. „Es ist schön, dass es sie gibt“, sagte der Pfarrer bei seinem Besuch vor Ort.
Neben dem Kleiderlädchen gibt es in Bad Neustadt auch noch den Caritas-Kleidermarkt in der Gartenstraße 19 (neben dem Point-Center). Geöffnet hat er dienstags von 9 bis 11 Uhr und donnerstags von 15 bis 17 Uhr (außer in der Ferienzeit).