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      Verabschiedung von Chefredakteur Wolfgang Bullin

      Nach 41 Jahren endet eine Ära

      Wolfgang Bullin war 27 Jahre lang Chefredakteur und Verlagsleiter des Würzburger katholischen Sonntagsblatts. Nach seinem Volontariat machte er einen Ausflug zum Radio, kam aber bald wieder zurück.

      Rund 41 Jahre hat Wolfgang Bullin (66) im Dienst des Bistums Würzburg gearbeitet, seit 1996 als Chefredakteur des Würzburger katholischen Sonntagsblatts. „Eine Ära geht zu Ende“, erklärte Bernhard Schweßinger, Leiter des Medienhauses der Diözese Würzburg bei der offiziellen Verabschiedung Bullins in den Ruhestand. Neben zahlreichen aktuellen und ehemaligen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Würzburger Kirchenmagazins nahmen auch Weggefährten aus der bundesweiten Bistumspresse an der Feierstunde im Würzburger Burkardushaus teil und wünschten Bullin alles Gute für den neuen Lebensabschnitt.

      Kontinuität und Innovation

      Generalvikar Dr. Jürgen Vorndran sagte in seiner Laudatio, Bullin habe es verstanden, Kontinuität und Innovation zu einem Erfolgsrezept zu verbinden. 41 Jahre beim Bistum und 28 Jahre als Chefredakteur des Sonntagsblatts seien „auf jeden Fall Anlass, Ihnen heute, auch im Namen von Bischof Franz, von Herzen Dank zu sagen, dass Sie mit all Ihren Kräften das Würzburger katholische Sonntagsblatt über so viele Jahre auf Niveau gehalten haben“.

      Viele Veränderungen habe Bullin im Lauf der Jahre eingebracht: Er veränderte Konzept, Layout und Blattstruktur, vieles auf Anregungen aus dem Leserkreis hin. „Ende der 1990er Jahre steigt er bei der Herstellung des Sonntagsblatts auf Ganzseitenumbruch am Bildschirm um. Anfang der 2000er wechselt er sogar das Druckhaus.“ Durch die damit verbundenen Einsparungen habe er es erreicht, dass die Kirchenzeitung über viele Jahre ohne Zuschuss auskam und sogar Rücklagen bildete.

      Für den Journalisten Bullin sei die tiefe Verwurzelung im christlichen Glauben und seine Liebe zur Kirche „auch und gerade in der Anfechtung“ Markenzeichen seiner Kommentare, erklärte der Generalvikar weiter. Neben seinem theologischen Wissen sei ihm dabei auch seine Erfahrung in der Gremienarbeit auf Pfarrei-, Dekanats- und Diözesanebene sowie in mehreren katholischen Mediengremien auf Bundesebene zugutegekommen. Das Sonntagsblatt als Diskussionsforum zu etablieren, sei Bullin ein Herzensanliegen gewesen, getreu seinem Motto: „Wenn Kritik, dann lieber im Sonntagsblatt als anderswo.“

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      Weichen für Zukunft gestellt

      Das 150. Jubiläum der Kirchenzeitung im Jahr 2000 hat Bullin laut Generalvikar ebenso engagiert umgesetzt wie den Umzug vom Echterhaus ins Medienhaus am Kardinal-Döpfner-Platz. 2015 habe er die Bistumszeitung überarbeitet, hin zu „mehr Magazin, was Inhalt und Aufmachung angeht“, und seit 2017 auch als E-Paper bereitgestellt. Zum Ende seiner Amtszeit habe er zudem die Weichen dafür gestellt, dass das Sonntagsblatt seit Ostern 2024 14-täglich in Kooperation mit 14 (Erz-)Diözesen erscheint. „So dürfen Sie zu Recht ‚schon etwas stolz‘ sein, dass das Sonntagsblatt so dasteht.“

      Für die Mitarbeitervertretung (MAV) würdigte die Vorsitzende Dorothea Weitz Bullin als Menschen, der „rastlos und restlos für das Würzburger Sonntagsblatt“ im Einsatz sei. Dieser Satz, den der damalige Generalvikar Dr. Karl Hillenbrand bei Bullins 25. Dienstjubiläum gesagt habe, gelte 16 Jahre später „mehr denn je. Was wäre die Woche ohne den Sonntag, was wäre die Diözese ohne das Sonntagsblatt und wo wäre das Sonntagsblatt ohne Sie?“

      In seinem Schlusswort dankte Bullin für die anerkennenden und wertschätzenden Worte. „Es tut gut, sie immer direkt zu sagen.“ In seiner Dienstzeit habe er drei Bischöfe, fünf Generalvikare und fünf Medienreferenten erlebt, berichtete er. Mehr als ein Dutzend Volontärinnen und Volontäre habe er ausgebildet, etwa 100 Praktikanten einen Einblick in den Journalismus gegeben. Wenn vor 40 Jahren von „den neuen Medien“ die Rede war, sei es um das Radio gegangen. Auch seien die ersten Mobiltelefone eher Aktenkoffer mit Antenne gewesen. Der Kontakt mit der Bistumsleitung sei immer gut gewesen, er habe viel journalistischen Freiraum gehabt. „Zensur gab es nie, ich hatte immer viel Freiheit“, erklärte Bullin. Sein Dank galt allen, die ihn bei seiner Tätigkeit unterstützt haben, „besonders der Sonntagsblatt-Familie“.

      Bullin absolvierte nach dem Diplom in Theologie von 1983 bis 1985 beim Sonntagsblatt in Würzburg ein Volontariat. Danach war er bis 1989 als Assistent von Prälat Berthold Lutz, Beauftragter der Freisinger Bischofskonferenz für die Neuen Medien, und verantwortlicher Redakteur für die Radioarbeit des Bistums Würzburg im lokalen Hörfunk. Im Anschluss wechselte er als Stellvertreter des Chefredakteurs und Bistumsredakteur zum Sonntagsblatt. Seit 1996 war er dort Chefredakteur.

      Für die musikalische Gestaltung der Feier sorgten der ehemalige Diözesanmusikdirektor Gregor Frede am Klavier und Matthias Wallny an der Trompete sowie Susanne Händel, Bullins Tochter, mit einer auf ihren Vater umgedichteten deutschsprachigen Version von „Fields of Gold“ von Sting.

      Markus Hauck