Hinweis

Ihre Browserversion wird leider nicht mehr unterstüzt. Dies kann dazu führen, dass Webseiten nicht mehr fehlerfrei dargestellt werden und stellt ein erhebliches Sicherheitsrisiko dar. Wir empfehlen Ihnen, Ihren Browser zu aktualisieren oder einen der folgenden Browser zu verwenden:

Herzensbildung

PISA wird als Gradmesser für den Stand der Bildung in unserem Land verwendet. Das ist diese Studie aber nicht und sie kann es auch nicht sein, weil sie bestenfalls Aussagen über bestimmte Fähigkeiten und Fertigkeiten und deren Vergleichbarkeit mit denen der Schüler in anderen Ländern liefern kann. Zu umfassender Bildung gehören auch Dinge, die nicht leicht – oder vielleicht auch gar nicht – mess- und quantifizierbar, sehr wohl aber erfahr- und spürbar sind. Das kommt in einem Begriff zum Ausdruck, auf den man heute nur noch selten stößt: Herzensbildung heißt der.

Wieder einmal sind Anfang Dezember die Ergebnisse einer PISA-Studie vorgestellt worden. PISA – das steht für „Programme for International Student Assessment“ (Programm zur internationalen Schülerbewertung) und ist ein seit dem Jahr 2000 von der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) alle drei Jahre veranstalteter internationaler Test, mit dem schulische Leistungen von 15-Jährigen gemessen werden.

Hat man 2001, nach der Veröffentlichung der Ergebnisse des ersten Tests, wegen des schlechten Abschneidens der deutschen Schüler gar vom „PISA-Schock“ gesprochen, wurden die aktuellen Ergebnisse weitaus gelassener registriert. Zwar rangieren die deutschen Schüler nach wie vor nicht in der Spitzengruppe, aber ihre Ergebnisse haben sich verbessert und liegen über den Durchschnittswerten aller Teilnehmerstaaten.

Die nicht zuletzt aufgrund von PISA hierzulande eingeleiteten Reformen zeigten Wirkung, so lautet der allgemeine Tenor, es gebe aber noch einiges zu tun. Immer wieder ist dabei von Bildungs-Studie die Rede, wird PISA als Gradmesser für den Stand der Bildung in unserem Land verwendet. Das ist diese Studie aber nicht und sie kann es auch nicht sein, weil sie bestenfalls Aussagen über bestimmte Fähigkeiten und Fertigkeiten und deren Vergleichbarkeit mit denen der Schüler in anderen Ländern liefern kann.

Das aber sind nur Teilaspekte von Bildung; die ist mehr als eine Ansammlung von Fertigkeiten und Fähigkeiten. Ein noch so gut ausgebildeter Mensch ist nicht automatisch auch ein gebildeter Mensch. Bildung ist mehr als Ausbildung, als Qualifikation; Bildung hat mit Persönlichkeit zu tun. Zu umfassender Bildung gehören auch Dinge, die nicht leicht – oder vielleicht auch gar nicht – mess- und quantifizierbar, sehr wohl aber erfahr- und spürbar sind. Das kommt in einem Begriff zum Ausdruck, auf den man heute nur noch selten stößt: Herzensbildung heißt der. Für das Miteinander einer Gesellschaft aber sind diese Aspekte von Bildung mindestens ebenso wichtig wie die Orientierung an den sich wandelnden Erfordernissen von Arbeitsmarkt und Wirtschaft.