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Eine Wahl, der Ideen und Aktionen folgen werden

Am 1. März 2026 ist Pfarrgemeinderatswahl
Unübersehbar sind die Plakate für die Kommunalwahl am 8. März. Doch schon eine Woche vorher steht die Pfarrgemeinderatswahl an. Durch Briefwahl, Urnengang oder per Akklamation besetzen Katholiken in den Gemeinden Ehrenämter.

„Gemeinsam gestalten – gefällt mir“ ist das Leitmotiv für die Wahl. So viel Optimismus das Motto verbreitet, die Kandidatensuche ist kein Selbstläufer. Diese Erfahrung machen Verantwortliche in Pfarrgemeinden. Die Bereitschaft, sich für ein Ehrenamt vier Jahre lang zu binden, sinkt. Helfer für einzelne Projekte zu finden sei einfacher, sagt Nicole Schönbrod von der Pfarrei St. Justinus Alzenau. Besonders junge Leute seien nur schwer zu gewinnen, berichtet Claudia König von der Pfarreiengemeinschaft (PG) „Liborius Wagner“ in Stadtlauringen. Das bestätigt Sonja Großmann aus der PG Franziska Streitel in Mellrichstadt. Frauen seien eher bereit zu kandidieren als Männer, beobachtet Nicole Schönbrod und ergänzt: „Wir müssen dankbar sein für jeden, der sich in der Kirche engagiert.“

Menschen bringen sich ein

Am 1. März werden entweder örtliche Gemeindeteams oder ein Gemeinsamer Pfarrgemeinderat für eine Pfar­reiengemeinschaft gewählt. Wird über einen Gemeinsamen Pfarrgemeinderat abgestimmt, soll vor Ort ein Zusammenschluss Ehrenamtlicher das Gemeindeteam bilden.

In der PG „Franziska Streitel“ Mellrichstadt wählen die Katholiken einen Gemeinsamen Pfarrgemeinderat. Ursprünglich vorgesehen waren jeweils zwei Sitze für sechs Gemeinden, also zwölf Sitze. Da sich in einer Gemeinde nur eine Kandidatin gefunden hat, werden jedoch nur elf Sitze besetzt. Ziel in der PG ist eigentlich, dass möglichst jede Gemeinde die gleiche Anzahl an Sitzen hat. Die Ortsgröße spielt dabei keine Rolle. 100-prozentig klappt das jetzt nicht. Dank der Proporzwahl ist aber sicher, dass jede Gemeinde im neuen Pfarrgemeinderat vertreten sein wird, teilt Pastoralreferent Ulrich Emge erfreut mit.

Echte Wahlmöglichkeit

Auch Sonja Großmann ist mit den bisherigen Wahlvorbereitungen in der PG Franziska Streitel zufrieden. Die Leiterin des Wahlausschusses und amtierende Vorsitzende des Gemeinsamen Pfarrgemeinderats und des Rats im Pastoralen Raum stellt fest: „Bei uns läuft es ganz gut.“ Positiv ist für sie auch, dass es in diesem Jahr eine echte Wahlmöglichkeit gibt. Es gibt 14 Bewerber um die elf Sitze.

Die Wahl eines Gemeinsamen Pfarrgemeinderats habe sich bewährt, erklären Großmann und Emge. Großmann schätzt daran, dass sie dort mit den Vertretern der anderen Gemeinden ins Gespräch kommt. In den meisten Ortschaften gelinge es zudem, Ehrenamtliche für ein Gemeindeteam zu gewinnen. Die Teams vor Ort seien sehr wichtig, so Großmann. Wo sich kein Gemeindeteam zusammenfindet, werde es schwierig mit örtlichen Aktivitäten. „Da passiert dann wenig“, sagt auch Emge.

Wie viele Gremien sind nötig?

Die Pfarreiengemeinschaft „Liborius Wagner“ in Stadtlauringen verabschiedet sich 2026 vom bisherigen Gemeinsamen Pfarrgemeinderat und wählt Gemeindeteams, die Delegierte direkt in den Rat im Pastoralen Raum entsenden. Das liegt nach Auskunft von Claudia König (Vorstand Pfarrgemeinderat) nicht etwa an schlechten Erfahrungen. Die Verantwortlichen wollen vielmehr eine einheitliche, gangbare Lösung für den Pastoralen Raum „Schweinfurter Oberland“, zu dem Stadtlauringen gehört. „Wir wollten nicht noch mehr Gremien – für Ortschaft, Pfarreiengemeinschaft, Pastoralen Raum – haben“, führt König als Begründung an. Um die Zahl der Sitzungen überschaubar zu halten, soll auf Ebene der Pfarreiengemeinschaft ein Ausschuss arbeiten.

König ist froh, dass sich in ihrem Heimatort Stadtlauringen die meisten Ehrenamtlichen des bisherigen Gemeinsamen Pfarrgemeinderats wieder zur Wahl stellen. Allerdings gab es bis Ende Januar etwas weniger Kandidaten als Sitze in den Gemeindeteams. Deshalb sollten nochmals Männer und Frauen angesprochen werden. Auch eine Box für Wahlvorschläge stand bis Monatsende in der Kirche.

In Alzenau wählen die Gläubigen ebenfalls Gemeindeteams. „In Alzenau und in den Ortsteilen Albstadt, Michelbach, Kälberau, Wasserlos und Hörstein machen die meisten Mitglieder der Gemeindeteams weiter“, weiß Nicole Schönbrod. Sie ist vor Ort im Gemeindeteam aktiv und betreut die Öffentlichkeitsarbeit der Pfarrei. Für die Stadtgemeinde Alzenau ging Schönbrod Ende Januar davon aus, dass etwas weniger Kandidaten als zu vergebende Sitze zur Verfügung stehen. Aber das könne sich kurzfristig ändern. Das Team wolle noch mögliche Kandidaten und Kandidatinnen ansprechen. Es habe durchaus schon Männer und Frauen gegeben, die sich in letzter Minute zur Wahl aufstellen ließen, ist Schönbrods Erfahrung.

In der gesamten Pfarrei Alzenau können noch bis zum 15. Februar Kandidaten auf die Liste genommen werden, weil dort per Akklamation gewählt wird. Anders als bei der Briefwahl braucht dieser Modus keine so lange Vorlaufzeit. Nach dem Gottesdienst am 1. März findet eine Versammlung in der Kirche statt. Die Teilnehmer geben ihre Wahlentscheidung durch Handabstimmung bekannt, ohne dass eine Stimmauszählung notwendig wäre. Schönbrod hofft, dass am Wahlsonntag viele Gemeindemitglieder von ihrem Wahlrecht Gebrauch machen.

Briefwahl und Urnengang

In Mellrichstadt haben sich die Verantwortlichen für die Briefwahl entschieden. Dort wurden die Briefwahlunterlagen bei einem gemeinsamen Termin eingetütet und ab Ende Januar/Anfang Februar verteilt. „Wir sind zuversichtlich, dass die Wahl gut angenommen wird“, betont Sonja Großmann. In Stadtlauringen gibt es den klassischen Urnengang direkt am Wahlsonntag. Allerdings können Wahlberechtigte auch Briefwahlunterlagen anfordern, so Claudia König.

Die Verantwortlichen aus Alzenau, Mellrichstadt und Stadtlauringen gehen mit Zuversicht in die Pfarrgemeinderatswahl und in die bevorstehende neue Amtsperiode. Denn alle berichten von schönen Aktionen und positiven Erfahrungen in den vergangenen Jahren und sind guter Dinge, dass dies auch in Zukunft der Fall sein wird.

Pastoralreferent Ulrich Emge hält die Arbeit in den Gemeindeteams, in den Pfarrgemeinderäten und Räten im Pastoralen Raum für ausgesprochen wichtig. Die Ideen und Aktivitäten, die hier entstehen, sind für Emge eine „Einflugschneise für den Heiligen Geist“.

Heike Beudert

Informationen zur Pfarrgemeinderatswahl im Bistum Würzburg finden Sie online unter www.pfarrgemeinderatswahl.de.