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Eine richtige Entscheidung

Die Aufarbeitung des Missbrauchsskandals, zeigt zugleich, dass die katholische Kirche durchaus auch heute noch zum Vorbild taugen kann.
Die katholische Kirche steht nicht gerade in dem Ruf, Speerspitze des Fortschritts zu sein. Eher schon werden ihr Beharrungsvermögen und Unbeweglichkeit nachgesagt, ausgedrückt im Bild des großen Tankers, der zwar auch in schwerer See einigermaßen Kurs halten kann, dessen Richtungsänderungen aber viel Zeit brauchen. In einer Zeit, die viel auf Flexibilität und schnelle Richtungswechsel hält, scheint so eine Institution als Orientierungs­instanz oder gar als Vorbild ungeeignet. Dazu kommt der Verlust an Glaubwürdigkeit durch Fehlverhalten und Doppelmoral von Kirchenvertretern vor allem im sogenannten Missbrauchsskandal.     Doch gerade dieser Missbrauchsskandal, besser: seine Aufarbeitung, zeigt zugleich, dass die katholische Kirche durchaus auch heute noch zum Vorbild taugen kann. Es ist anfangs viel kritisiert worden, dass die Kirche damals darauf bestanden hatte, in der Aufarbeitung einen eigenen Weg zu gehen. Im Rückblick aber muss man sagen, dass es eine richtige Entscheidung war. Denn während anderwärts noch um Verfahrensfragen und Beteiligungen gerungen wurde, hat man seitens der Kirche gehandelt. Bei aller Kritik, die man an Einzelaspekten wie etwa am Anerkennungsverfahren oder der Höhe der Entschädigung üben kann, oder daran, dass das geplante Forschungsprojekt immer noch nicht angelaufen ist, steht doch fest: Die Kirche hat gehandelt, zügig und konsequent, zügiger und konsequenter jedenfalls als andere. Missbrauch betrifft ja keineswegs nur sie allein.   Vorbildlich am Weg der Kirche ist meines Erachtens vor allem, dass man der Prävention einen so großen Stellenwert eingeräumt hat. Geschehes Unrecht kann man –  wenn überhaupt – nur ansatzweise wieder gut machen oder entschädigen, aber nicht ungeschehen machen. Dennoch mag es auch für die Opfer ein Stück Genugtuung sein, wenn sie erleben, dass das Menschenmögliche getan wird, um solches Leid künftig zu verhindern. Macht man damit dann auch noch so ernst wie im Bistum Würzburg, kann Kirche damit auch wieder Glaubwürdigkeit und Vorbildcharakter zurückgewinnen.