© Sonntagsblatt: Ulrike Langer
Im vergangenen Jahr hatte der ökumenische Verein Bibelwelten Haßfurt zusammen mit dem Referat Spiritualität des Erzbistums Bamberg zum ersten Mal ökumenische Alltagsexerzitien online angeboten, die von 83 Teilnehmern in Anspruch genommen und positiv bewertet worden waren. „Nach diesem Erfolg werden wir auch heuer in der Fastenzeit ökumenische Alltagsexerzitien über das Internet anbieten und zwar barrierefrei in zwei Versionen für Sehende und Blinde sowie für Sehbehinderte“, sagt die Vorsitzende von Bibelwelten, Pfarrerin Doris Otminghaus aus Haßfurt.
Doch nicht nur online können Interessierte an den ökumenischen Exerzitien – Leitthema: „DU – mit Dir suchen, fragen, gehen“ – teilnehmen. So wird es im Dekanat Haßberge in einzelnen Gemeinden auch Gruppen mit ausgebildeten Begleitern geben, die ökumenische Alltagsexerzitien durchführen. Darüber hinaus wurden Texte in Blindenschrift und Großdruckschrift erstellt, die von einzelnen Personen bezogen oder in Gruppen angewendet werden können. Diese Gruppen werden Kirchenrat Lothar Süß von der Blinden- und Sehbehindertenseelsorge in der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern und Pastoralreferentin Regine Schramm von der Blinden- und Sehbehindertenseelsorge der Erzdiözese Bamberg begleiten. Wer die online-Version nutzen möchte, kann sich auch entscheiden, ob er eine geistliche Begleitung wünscht oder sich den Exerzitien alleine widmen möchte. Absolut neu ist auch die Möglichkeit, sich über Skype (Videotelefonie) auszutauschen.
Das online-Angebot
Ab 1. Februar können sich Personen im Internet unter „www.oekumenische-alltagsexerzitien.de“ anmelden. Sie erhalten dann in der Zeit vom 10. März bis zum 11. April jede Woche fünf geistliche Impulse per E-Mail; die Tagesimpulse werden jeweils am späten Vorabend versandt. Sie laden ein, auf die momentane Lebens- und Glaubenssituation zu blicken, sich auf Gottes persönlichen Ruf einzulassen, sich in Momenten des Zweifelns der Frage: „Wo bist Du, Gott?“ zu stellen und gläubig festzustellen „Du bist da, Gott!“. In der letzten Woche geht es darum, mit Gott auf Du und Du Ausblicke und Schritte in die eigene Zukunft zu wagen. Jeder Teilnehmer sollte sich täglich 20 bis
30 Minuten für die persönliche Besinnung Zeit nehmen.
Begleitung nicht garantiert
Einmal in der Woche kann er dann seine Erfahrungen mit seinem persönlichen Begleiter per E-Mail austauschen. Die Begleiter sind hauptamtliche oder ehrenamtliche Mitarbeitende der evangelischen und katholischen Kirche und erfahren und ausgebildet in geistlicher Begleitung. Der Austausch zwischen den Teilnehmern und den Begleitern ist vertraulich und steht unter dem Schutz des Seelsorgegeheimnisses. Allerdings stehen nicht genügend Begleiter zur Verfügung, so dass eine Begleitung nicht garantiert werden kann. „Aber auch ohne Begleitung sind die ökumenischen Alltagsexerzitien sinnvoll“, so Doris Otminghaus, die selbst wieder als Begleiterin fungiert.