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Die Drei vom Käppele

Zum Jahreswechsel begann Pater Matthias Doll seine Tätigkeit im Käppele. Damit ist der komplette Personalwechsel im Kapuzinerkloster abgeschlossen; seit dem ersten Advent 2013 arbeitet Pater Siegbert Mayer über den Dächern Würzburgs, und schon seit Mai vergangenen Jahres ist Pater Joachim Wrede hier seelsorgerisch aktiv.
Die drei Ordensbrüder – traditionell verzichten die Ordenspriester der Kapuziner auf die Bezeichnung „Pater“ und nennen sich zum Zeichen der Bescheidenheit „Bruder“ – teilen sich die umfangreichen Aufgaben der Seelsorge auf dem Käppele: Unter anderem halten sie an jedem Werktag einen Gottesdienst, sonntags feiern sie drei Messen, außerdem finden pro Jahr rund 60 Hochzeiten statt sowie zahlreiche Wallfahrten.   „Es sieht so aus, dass wir im Käppele die letzten drei Kapuzinerbrüder sein werden“, sagte Bruder Siegbert. Die Gründe dafür liegen im Nachwuchsmangel sowie der Überalterung der Ordensmitglieder. Als Bruder Joachim im Mai 2013 ins Kloster einzog, lebten dort noch sechs Kapuziner. Drei von ihnen sind inzwischen in Münster, zwei kamen nach Altötting. Wenn sich die Vermutung von Bruder Siegbert bewahrheitet, geht eine seit 1747 bestehende Tradition zu Ende.  

Bruder Siegbert arbeitet nicht nur in der Seelsorge 

Der 72-jährige Bruder Siegbert engagiert sich nicht nur in der Seelsorge, sondern ist nach wie vor einer von drei geistlichen Assistenten der franziskanischen Gemeinschaft für Bayern. Zu diesem Trio gehört jeweils noch ein Minorit und ein Franziskaner. Des Weiteren hält er noch einzelne Exerzitienkurse. Das Käppele ist Bruder Siegberts 13. Station. Bevor er nach Würzburg kam, war er fünf Jahre Cityseelsorger in Ingolstadt und Beichtvater in der Franziskanerkirche. Außerdem zelebrierte er die Trauergottesdienste im St. Elisabeth-Hospiz.   Bruder Joachim prägten vor allem die 14 Jahre in der Mission von 44 indianischen Dörfern im Süden Mexikos. Dabei erfuhr er, dass „für die Indios die Religion im Mittelpunkt ihres Lebens steht“. Er lernte sogar die Sprache der Ureinwohner und predigte am Ende seiner Dienstzeit darin.  

Bruder Joachim bietet auch Zen-Meditationen an

Der 59-jährige bietet ab Aschermittwoch, 5. März, von 19.30 bis 21 Uhr in der ehemaligen Bibliothek im Kloster des Käppele „Sitzen in Stille im Zenstil“ an. Dieses Angebot wird es bei Bedarf einmal wöchentlich geben. Interessierte können sich unter „joachim.wrede@kapuziner.org“ oder telefonisch unter 09 31/7 94 07 76 13 anmelden. Bruder Joachim plant darüber hi­naus, Einzelpersonen ein „kontemplatives Mitleben“ im Kloster  zu ermöglichen. Vorstellbar wären beispielsweise Wochenendaufenthalte im Kloster bis hin zu einer Dauer von ein bis zwei Wochen. Für dieses Projekt steht noch kein konkreter Startzeitpunkt fest.  

Guardian Matthias Doll ist Wallfahrtsseelsorger

„Offiziell bin ich Wallfahrtsseelsorger“, erklärte Bruder Matthias Doll. Auch der 71-Jährige mit Geburtsnahmen Helmar Doll von Affental hat bereits vielfältige Stationen hinter sich: Unter anderem war er 20 Jahre lang Betriebsseelsorger in den Diözesen Würzburg und Augsburg. „Theologisch und philosophisch bin ich aufgeblüht, als ich zwei Semester bei Joseph Ratzinger, dem späteren Papst Benedikt XVI., in Tübingen studierte.“   Aufgrund des persönlichen Kontakts zu Rainer Holzschuh, dem früheren Pressechef des Deutschen Fußball-Bundes, betreute er seelsorgerisch die deutsche Fußballnationalmannschaft während der Weltmeisterschaft 1990 in Italien. Neben solchen Höhepunkten musste er aber auch Schicksalsschläge verkraften, beispielsweise einen schweren Verkehrsunfall, wegen dem er 1992 vier Wochen im Koma lag. Dabei war er als Fahrradfahrer gegen eine unvermittelt geöffnete Autotüre eines Autos geprallt. „Das war ein einschneidendes Erlebnis und hat meine Lebenskurve sehr verändert.“