Es ist erst wenige Wochen her, dass uns auf der früher Internationale Funkausstellung genannten Messe, die heute IFA – Messe für Consumer Electronics und Home Appliances heißt, die neuesten Trends und Wunderwerke der Technik präsentiert wurden. Die Entwicklung verläuft gerade in Sachen Elektronik so rasant, dass die Geräte oftmals binnen Jahresfrist schon wieder technisch überholt sind. In immer kürzeren Abständen wird Alt gegen Neu getauscht. Immer mehr Zeitgenossen stellen das inzwischen in Frage, weil sie auch die damit verbundenen Konsequenzen in den Blick nehmen: Energieverbrauch, Schadstoffbelastung, unmenschliche Arbeitsbedingungen in Billiglohn-Ländern, Verbrauch von Rohstoffen ...
Noch ein Aspekt, der auch kritisch eingestellten Menschen oft weniger bewusst ist, gehört in diese „Schadensbilanz" des modernen Konsums: das Blut, das an etlichen der Rohstoffe und Pro-dukte klebt, die wir verwenden. Ein Beispiel dafür ist das Mineral Coltan, das in vielen technischen Geräten, etwa auch in Mobiltelefonen, Verwendung findet und das im Kongo schon viele Menschenleben gekostet hat (siehe dazu die Seiten 24 und 27 in unserer Printausgabe). Es steht stellvertretend für viele Dinge, die in unserem Alltag so selbstverständlich und nahezu unverzichtbar sind, die aber Menschen in anderen Teilen der Welt Krankheit und Leid und sogar den Tod bringen können. Initiativen wie die „Aktion saubere Handys" sind vielleicht nur der viel zitierte Tropfen auf den heißen Stein. Doch sie setzen einen Anfang und bieten Menschen hierzulande die Chance, wenigstens einen kleinen Beitrag gegen Missstände andernorts zu leisten. Wenn viele ihre Möglichkeiten – mögen die auch noch so klein erscheinen – nutzen, die Welt zu verbessern, wird das nicht ohne Folgen bleiben. Am vergangenen Sonntag haben wird Erntedank gefeiert; im Monat der Weltmission haben wir zudem die weltweite Verantwortung als Christen im Blick. Ist das Bemühen um einen bewussten Umgang gerade mit solch „belasteten" Dingen nicht auch ein zeitgemäßer Weg, dem Schöpfer zu danken und sich dieser Verantwortung zu stellen?
Wolfgang Bullin
