Bitte nicht in die Plastiktüte
Quallenschwärmen gleich wabern riesige Ansammlungen an Plastiktüten, aber auch an anderem Plastikmüll, im Nordpazifik herum, angewachsen auf die Größe Zentraleuropas. Auch in anderen Regionen der Weltmeere tauchen diese schwimmenden Müllteppiche auf. Bilder von müllbeutelartigen Füllungen in aufgeschnittenen Mägen verendeter Seevögel legen erschütternde Zeugnisse vom leichtfertigen Umgang mit Überbleibseln unserer Zivilisation ab. Auch Mikroorganismen sind betroffen, die doch so wichtig für die gesamte Nahrungskette aller Lebenswesen sind, auch für uns Menschen. „Das kann kein Meer mehr schlucken: Unsere Ozeane versinken im Plastikmüll“, warnt „World Wide Fund For Nature“.
Mit einer Initiative will die Europäische Union (EU) den Plastiktüten jetzt den Kampf ansagen. Vor allem auf die Tüten aus der Rolle mit einer Stärke von 0,05 Millimetern hat sie es abgesehen. Schon bald soll es jedem EU-Land freigestellt sein, diese Tüten zu verbieten. Von den so harmlos aussehenden Winzlingen, in die Obst und Gemüse gedankenlos verpackt werden, verbrauchen die Bundesbürger rund 70 Stück jährlich, europaweit sind es sogar 200. Schätzungen zufolge kommen so in der EU pro Jahr an die 100 Milliarden alleine dieser hauchdünnen Warenträger in den Umlauf.
Erinnern Sie sich noch? Kaufte man früher Obst ein, landete es in der spitz zulaufenden hellbraunen Tüte aus Kraft- oder Natronmischpapier. Der Haken: Diese ist den Lebensmittelketten schlicht zu teuer. Etwa dreimal soviel kostet sie wie ihr Pendant aus Plastik. Sollte uns die Umwelt nicht mehr wert sein als die Mehrkosten im einstelligen Centbereich? Papst Franziskus hatte bei seiner Amtseinführung Entscheidendes zur Bewahrung der Schöpfung gesagt: „Lasst uns Hüter der Schöpfung, des in die Natur hineingelegten Planes Gottes sein, Hüter des anderen, der Umwelt; lassen wir nicht zu, dass Zeichen der Zerstörung und des Todes den Weg dieser unserer Welt begleiten!“ Nach Aussage der Katholischen Nachrichtenagentur plant der Papst ein Lehrschreiben, das den Umweltschutz in den Mittelpunkt stellt – ein Fanal, das auch Jüngere zu Jüngern Christi machen könnte.

