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Bienenprojekt im Kongo

Augustiner setzen sich für Artenschutz und Menschen ein
Die Jagd auf Bienen ist in der Demokratischen Republik Kongo verbreitet. Menschen vernichten die Insekten, um ihren Honig zu vermarkten. Ein Projekt des Augustinerordens hält dagegen. Es verbindet Artenschutz mit sozialer Hilfe für die Menschen.

Honigjäger sammeln keine Trophäen. Was sie erbeuten, machen sie zu Geld. So entspricht es der Tradition in der Demokratischen Republik Kongo und anderen afrikanischen Ländern. Jäger spüren die Nester von Bienenvölkern auf, verschaffen sich mit Macheten Zugang, brennen die Nester mit Fackeln aus und nehmen die Waben mit dem Honig an sich. Diesen verkaufen sie dann in Flaschen abgefüllt auf Märkten.

Gefahren für Leib und Leben

Bruder Peter Reinl vom Würzburger Augustinerkonvent kennt die Tradition der Honigjagd und hat bei einem Kongobesuch selbst mit Jägern gesprochen. „Sie haben erzählt, dass sie nach einer Jagd zwei, drei Tage in ihren Hütten liegen, weil sie Hunderte von Stichen haben.“

Die Honigjagd ist für Menschen gefährlich, weil dabei Unfälle passieren. Zudem schadet die Vernichtung ganzer Bienenvölker dem natürlichen Kreislauf. Die Augustiner in der Demokratischen Republik Kongo haben vor Jahren ein Konzept entwickelt, wie Menschen mit nachhaltiger Honiggewinnung Geld verdienen können. Die Idee: Der Orden lässt fachkundig Imker ausbilden, die Bienen in sogenannten Bienenbeuten ansiedeln. Das sind große Holzkästen mit Stäben, an denen Bienen ihre Waben anbringen können. Durch die Honigernte bekommen Menschen eine Verdienstmöglichkeit. Honig ist süße Nahrung und Medizin zugleich. Nach Bruder Peters Erfahrung lassen sich mit zwölf Kilo Honig auf dem Markt 30 Dollar einnehmen. Das entspreche einem halben Monatslohn.

„Das Projekt gibt den Leuten eine Ausbildungs- und Einnahmemöglichkeit, wodurch die Landflucht verringert wird. Wenn Menschen an ihrem Wohnort einen Verdienst haben, wandern sie nicht in die Städte ab, wo sie als billige Arbeitskräfte oder Prostituierte unter die Räder kommen“, erläutert Bruder Peter. Mit seinem Mitbruder Marcel Holzheimer koordiniert er die Arbeit des Augustinus-Missionswerks der deutschen Augustiner in der Demokratischen Republik Kongo.

Mit Hilfe des Werks konnte das Projekt 2019 anlaufen. Damals begannen die ersten beiden Kongolesen, eine Frau und ein Mann, eine Imkerausbildung. Der Mann arbeitete bereits vorher mit den Augustinern in der Landwirtschaft zusammen. Die Frau hatte gerade an einer kirchlichen Schule ihren Abschluss gemacht und sich auf Landwirtschaft spezialisiert. Ihre Ausbildung habe jeweils mehrere Tausend Dollar gekostet, berichtet Bruder Peter. Unterkunft, Verpflegung, Lehrmittel und Reisekosten summierten sich.

Investition mit Zukunft

Doch die Ausbildung erwies sich als zu-kunftsweisend. Beide Imker arbeiten nach wie vor im Projekt mit und bilden andere Einheimische aus. Nahe der Augustinerklöster in Amadi und Dungu im nordöstlichen Kongo lernen die künftigen Imker, wie sie Bienen in Beuten aus Holz ansiedeln können. Bruder Peter hat durch seine häufigen Besuche mittlerweile selbst einiges über die Imkerei gelernt. Er erklärt: Die Bienenbeuten sollten an einem günstigen Platz stehen, in dessen Umgebung blütenreiche Pflanzen wachsen. Durch das Ausreiben der Beuten mit Zitronengras und das Anbringen von Wachs an den Holzstäben lässt sich die Attraktivität der Behausung erhöhen. „Und dann ist tägliche Kontrolle nötig, ob sich Spinnen, Termiten oder Geckos eingenistet haben“, erklärt der Ordensmann.

Die Ausbildung von Imkern dauert vier Wochen. An jedem Klosterstandort können jedes Jahr 20 Frauen und 10 Männer das Imkerhandwerk erlernen. Frauen werden in größerer Zahl ausgebildet, weil sie die Trägerinnen des Familienlebens im Kongo sind. Wenn Frauen Geld verdienen, profitieren davon in jedem Fall ihre Kinder. Nach der Ausbildung bekommt jede Teilnehmerin und jeder Teilnehmer eine Bienenbeute. Die Holzkisten mit den Stäben stellen die Klosterschreinereien in Amadi und Dungu her. Sobald die ausgebildeten Imker es geschafft haben, ihre Beute mit Bienen zu besiedeln, bekommen sie noch eine zweite Beute dazu. In einem Jahr ließen sich so bei einer durchschnittlichen Ernte 60 Dollar erwirtschaften, rechnet Bruder Peter vor. Diese Summe könnten Familien für Arztbesuche, Medikamente, Schulgebühren und ähnliches verwenden.

Honighäuser in Klöstern

Die Augustinerklöster vor Ort verfügen über „Honighäuser“. Dort können die Imker ihren Honig abliefern. Er reift, wird gefiltert und für den Verkauf in Flaschen abgefüllt. Schon mehr als 200 Kongolesen seien mittlerweile zu Imkern ausgebildet, erzählt Bruder Peter. 2026 solle als dritter Projektstandort das Augustinerkloster in Poko dazukommen. Auch dieser Ort liegt im ländlichen Nordosten des Kongo. Die Augustiner im Land hatten sich anfangs das Ziel gesetzt, 1500 Ausbildungen zu ermöglichen. Das Vorhaben könnte ein Langzeitprojekt werden.

von Ulrich Bausewein

Mit Spenden aus Deutschland

Das Augustinus-Missionswerk der deutschen Augustiner ist seit über 60 Jahren in der Demokratischen Republik Kongo aktiv. Bei der Ausbildung von Imkern kooperiert das Missionswerk mit der Nichtregierungsorganisation acadec (www.acadec.eu). Spenden an das Missionswerk (Verwendungszweck „Bienenprojekt“) bitte über IBAN: DE20 7509 0300 0103 0151 22; BIC: GENODEF1M05.