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Neuer Name, neues Team, bewährte Ziele

Das frühere Referat Geistliches Leben heißt seit dem Jahreswechsel Referat Spiritualität.
Die neue Leiterin Katharina Leniger und einige ihrer Mitarbeiter berichten, was sich ändert und was gleich bleibt.

Von Exerzitien an verschiedenen Orten in und außerhalb des Bistums bis zum Frauen-Wochenende im Tagungszentrum Schmerlenbach, von Jahreszeiten-Gottesdiensten in Himmelspforten bis zur spirituellen Auszeit für kirchlich Engagierte, von Abendwanderungen bis zum Taizé-Tag, vom meditativen Bogenschießen für Frauen bis zum Berufungswochenende: Das aktuelle Jahres-Programm des neu benannten Referats Spritualität umfasst mehr als 50 Angebote aus unterschiedlichen Bereichen. Der Titel „Innehalten – Kraft schöpfen – Orientierung finden“ gibt die inhaltliche Richtung vor.

Sophia Hagmaier, Jugendbildungsreferentin im Diözesanverband Würzburg der Deutschen Pfadfinderschaft St. Georg, hat beim Auszeit-Wochenende aus dem Programm wertvolle Erfahrungen gemacht: „Ich habe erfahren, was es bedeutet, sich die Freiheit zu nehmen, einmal innezuhalten und wirklich zu fühlen, wie es mir geht – jenseits vom Alltag.“ Dabei seien viele Fragen aufgekommen, zum Beispiel: „Was bewegt mich? Was trägt mich? Und was ist es eigentlich, das meinem Leben Bedeutung gibt?“ Hagmaiers Fazit nach dem Angebot des Referats Spiritualität: „Egal, ob miteinander gelacht, geweint oder geschwiegen wurde – es war eine bedeutungsvolle Zeit, geprägt von echten Begegnungen, gedankenreichen Gesprächen, einer besonderen Atmosphäre und einmaligen Momenten, die direkt ins Herz gehen.“

Geleitet hat das Auszeit-Wochenende im Tagungshaus Schmerlenbach Katharina Leniger. Die Theologin wechselte im Herbst 2024 von der theologischen Fakultät der Uni Würzburg zur Diözese Würzburg und leitet das Referat Spiritualität. „Mit den Angeboten im Bereich Lebensorientierung und Berufung möchten wir Menschen begleiten, die sich in ihrem Leben gerade nach einer Neuausrichtung oder Reflexion ihrer Zukunftsvorstellungen sehnen“, sagt die 34-Jährige. „Dazu gehört, den Grund zu spüren, auf dem jede Person steht und diesen auch und immer wieder im Glauben an Gott zu erfahren.“

Die Veranstaltungen im Bereich Lebensorientierung und Berufung für jüngere Menschen seien ähnlich zu anderen Formaten wie spirituelle Auszeiten, Exerzitien oder Besinnungstage. „Sogar Veranstaltungen im Bereich der spirituellen Bildung thematisieren immer eine Auseinandersetzung mit sich selbst und dem eigenen Lebensweg, mit dem Glauben an Gott und seiner Bedeutung für das eigene Leben und die Begegnung mit anderen Menschen“, sagt Leniger.

Die Theologin ist beim Wechsel zur Diözese in große Fußstapfen getreten: Domvikar Paul Weismantel hatte das bisherige Referat Geistliches Leben (RGL) über Jahrzehnte aufgebaut und geprägt. „Spiritualität ist mein Leben, ich arbeite gerne weiter mit“, fasst Weismantel seine heutige Rolle im neu benannten Referat zusammen. Er betreut als Geistlicher Leiter das Exerzitienhaus Himmelspforten, leitet selbst noch Schweige-Exerzitien und Besinnungstage und bringt weiter seine Broschüren zur Fasten- und Adventszeit heraus.

Von Berufungsportal bis Exerzitien

Die drei Schwerpunkte Berufungspastoral, Personalseelsorge und Exerzitien hätten sich im Bistum Würzburg über Jahrzehnte etabliert. Mit seiner Nachfolgerin und der Umbennung des RGL komme er sehr gut klar: „Aus den Leitungsfragen halte ich mich raus“, betont Weismantel. Eigentlich hätte er im vergangenen Jahr zum 70. Geburtstag in Ruhestand gehen sollen. „Meine Stelle wurde um ein Jahr verlängert, ob das heuer ein weiteres Jahr verlängert wird, entscheidet der Bischof.“

Nach den Worten von Katharina Leniger würden viele Menschen unter „Geistlichem Leben“ häufig besondere Lebensformen verstehen, nämlich vor allem die der Priester und Ordensleute. „Unser Angebot ist aber für alle Personen und richtet sich dezidiert auch an Menschen, die (noch) nicht so geübt und versiert im Bereich christliche Spiritualität sind“, betont die neue Referatsleiterin. Das Programm biete möglichst offene und breit gefächerte Angebote: draußen, schweigend, in Gemeinschaft, im Bereich Bildung und vieles mehr. Auch strukturell habe es Änderungen gegeben: Die Unterreferate seien aufgelöst, aber die bewährten Inhalte beibehalten worden. Die Referate „Exerzitien und Spirituelle Arbeit“, „Personalseelsorge“ und die Diözesanstelle „Berufung und Lebensorientierung“ wurden zu den Schwerpunkten „Geistliche Begleitung“, „Spirituelle Angebote-Exerzitien“, „Lebensorientierung-Berufung“ und „Personalseelsorge“, wobei spezifisch Diakone und Priester seelsorglich begleitet werden.

Wichtig sei ihr, nicht nur für und in Würzburg tätig zu sein, sondern „ins Bistum hinein zu wirken und so auch Kontakt zu den Dekanaten und Pastoralen Räumen zu suchen“. Es gebe ein weiterhin großes Interesse an spirituellen Angeboten und auch an Geistlicher Begleitung. „Nur wissen die Menschen oft nicht, was es alles gibt.“ Deshalb wolle sie die Kooperation mit Tagungshäusern, den Teams in den Patoralen Räumen und Klöstern intensivieren. Schwerpunkt der eigenen Arbeit seien die Bildungsangebote im Exerzitienhaus Himmelspforten. Einen besonderen Stellenwert hätten zudem die Geistlichen Teamtage für Mitarbeiter in Pastoralen Räumen, die das Referat Spiritualität mit der Gemeindeberatung anbietet.

„Menschen offen begleiten“

Katharina Leniger und Domvikar Manuel Thomas stellen zudem in Absprache mit der Abteilung Personalgewinnung die Berufungspastoral neu auf. „Wir vertreten dabei einen weiten Begriff von Berufung“, sagt Leniger. Das bedeute, Menschen zu begleiten, ihren Platz zu finden und beim Hören darauf, wo sie gerufen sind, in der Welt zu wirken. Wichtig ist ihr dabei: „Christ:in sein in der Welt kann jede Person auch jenseits kirchlicher Tätigkeiten oder Berufe.“ Und Priester Manuel Thomas ergänzt: „Es ist uns wichtig, Menschen, die zu uns kommen mit dem Anliegen, einen geistlichen Weg zu gehen, offen zu begleiten.“ Spiritualität habe viel mit der Haltung zu tun, ob Menschen Gott in ihr Leben lassen.

Pastoralreferentin Gabriele Saft begleitet unter anderem Studierende während des Studiums und ihrer pastoralen Ausbildung. „Kirche wird oft sehr auf Liturgie und Katechese reduziert, Spiritualität trauen uns viele gar nicht zu“, berichtet die Geistliche Begleiterin. Dabei sei die „Herzensbildung“ so wichtig für Christinnen und Christen. „Spiritualität wird jetzt bunter“, kommentiert Gabriele Saft die Umbenennung des früheren Referats Geistliches Leben.

Die mehr als 50 Angebote im Programm wenden sich an Menschen verschiedenen Alters und in unterschiedlichen Lebensphasen. Sie seien etwa nach dem Verlust von lieben Angehörigen oder nach dem Ausstieg aus dem Beruf auf der Suche. Pastoralreferentin Elke Wallrapp betreut unter anderem „Frauen im Alltagstrubel“. Neben einem Wochenende für Frauen in Kooperation mit der Frauen-Seelsorge des Bistums biete sie unter dem Motto „Wachsen und Reifen“ am 28. und 29. Dezember einen spirituellen Jahresrückblick an.

Wanderexerzitien in den Alpen

„Ich erlebe, dass viele Menschen auf der Suche sind, am Scheideweg oder durch Schicksalsschläge“, erzählt Pastoralreferent Holger Oberle-Wiesli. Mit seinen regelmäßigen Wanderexerzitien geht er im wörtlichen Sinn neue Wege mit den Teilnehmern. Im vergangenen Herbst stand wieder das Oberinntal auf dem Programm, weil er die Gegend aus seiner Studienzeit kennt. 17 Teilnehmer suchten eine Woche lang innere Einkehr beim Wandern in der herbstlichen Bergwelt. „Dem Schöpfer so nahe“ lautet für viele das Motto.

Holger Oberle-Wiesl steuerte täglich spirituelle Texte, Lieder und Gebete bei, es gab Morgenimpulse in der Klosterkirche, in Kapellen am Wegesrand oder auch in freier Natur. Der Wallfahrtsweg von Flies nach Faggen oberhalb des Inns inspirierte zur Dankbarkeit. Weitere inhaltliche Schwerpunkte waren Erbarmen zeigen, Mitgefühl, Nächstenliebe, maßvolles Leben und das Bewusstsein der eigenen Endlichkeit.

„Die morgendliche Impulsandacht ist immer ein inspirierender Start in den Tag“, sagt Teilnehmer Hermann Scherpf. Das Gehen in der Natur, begleitet von kurzen Impulsen und Zeiten der Stille, helfe ihm, innerlich zur Ruhe zu kommen und Wesentliches neu zu ordnen. „Ich erlebe diese Tage als wohltuende Unterbrechung meines Alltags, die mir Klarheit schenkt und Dankbarkeit wachsen lässt.“ Die Wanderexerzitien ermöglichten Tiefe – durch Bewegung, Natur und Reflexion.

Seine Frau Gabriele Scherpf bezeichnet die Wanderexerzitien jedes Jahr als „Highlight, um mit der Schöpfung, mir selbst und der Gemeinschaft ganz eng in Berührung zu kommen“. Und weiter: „Die Großartigkeit und Erhabenheit der Bergwelt lässt mich die Unfassbarkeit des Schöpfergottes erahnen und erfüllt mich immer wieder aufs Neue mit dem absoluten Gefühl der Ehrfurcht und Dankbarkeit.

Mit auf den Weg durchs Oberinntal hat sich auch Stefan Fries gemacht. Sein Herz schlage höher, wenn er in den Bergen wandere. „Beeindruckende Landschaften, herzige Leute, gute Gespräche und berührende Impulse, Gebete und Lieder. Das alles zusammen berührt meine Seele und macht mich glücklich, dankbar und zufrieden und ich fühle mich so eng verbunden mit der Schöpfung.“

Ralf Ruppert

Infos, Programm und Bestellformular für den Newsletter finden Sie auf www.spiritualitaet.bistum-wuerzburg.de.

Das neue Team

Die Theologin Katharina Leniger leitet seit Herbst 2024 das Referat Spiritualität. Pastorale Mitarbeitende sind Pastoralreferent Holger Oberle-Wiesli (je 50 Prozent im Referat und im Pastoralen Raum Elsenfeld), Pater Jakob Olschweski OSA (50 Prozent, Priesterseelsorge mit Sitz in Münnerstadt), Diakon Karl Pöppel (80 Prozent, Diakonen-Seelsorge und Spiritual für Diakone in Ausbildung), Pastoralreferentin Gabriele Saft (75 Prozent, Personalseelsorge und Mentorin für Auszubildende in der Pastoral), Domvikar Manuel Thomas (je eine halbe Stelle in Berufungspastoral und im Pastoralen Raum Würzburg Süd-Ost), Pfarrer Werner Vollmuth (50 Prozent, Priesterseelsorge), Pastoralreferentin Elke Wallrapp (50 Prozent) und Domvikar Paul Weismantel (25 Prozent, Geistliche Leitung des Exerzitienhauses Himmelspforten). In der Verwaltung unterstützen Silke Beetz, Ruth Lerch und Petra Möhricke.

Geistliche Begleitung

Geistliche Begleitung ist laut Katharina Leniger „ein seelsorgerliches Gesprächsangebot, das hilft, den eigenen Weg mit Gott (neu) zu entdecken und zu vertiefen.“ Grundlage sind Gespräche über Leben, Glauben, Beziehung zu Gott, Sehnsucht, Ängste, Fragen, Wünsche, Hoffnungen und vieles mehr. Geistliche Begleitung zeige „die feinen Linien auf, diedas Leben und den Glauben miteinander verbinden“. Mit Gott an der Seite werde der Blick auf das Wesentliche geweitet, um so das „Mehr“ im eigenen Leben zu entdecken. In der Diözese Würzburg gibt es derzeit rund 40 Geistliche Begleiterinnen und Begleiter – Ehrenamtliche und Personen, die im seelsorgerlichen (pastoralen) Dienst sind, darunter Gemeinde- und Pastoralreferenten, Diakone, Priester und Ordensleute. Die Geistlichen Begleiter leben und arbeiten somit in unterschiedlichen Lebenskontexten und Berufen. Besonders beachtet werden die Themen Prävention und Intervention sexuellen Missbrauchs und des Missbrauchs geistlicher Autorität. In den kommenden Jahren sollen weitere Geistliche Begleiter ausgebildet und gefördert werden.

Zuschüsse möglich

Das Bistum Würzburg gewährt für viele Veranstaltungen des Referats Spiritualität Zuschüsse. Eine der Voraussetzungen dafür ist, dass die Angebote mindestens drei Übernachtungen beinhalten. Weitere Informationen zu den Rahmenbedingungen für Veranstaltungen und für Teilnehmer sind auf der Seite www.spiritualitaet.bistum-wuerzburg.de/zuschuesse/bezuschussung-exerzitien zusammen gestellt.